Mabon – Das keltische Erntefest der Herbst-Tagundnachtgleiche

Wenn sich der Sommer langsam verabschiedet, die Blätter sich gold-rot verfärben und die Tage spürbar kürzer werden, ist es Zeit für Mabon – das keltische Fest zur Herbst-Tagundnachtgleiche. Es markiert einen heiligen Moment im Jahreskreis: den Ausgleich zwischen Licht und Dunkel, Tag und Nacht. Ein Wendepunkt der Natur und der Seele.

Was ist Mabon?

Mabon ist eines der acht Jahreskreisfeste, die ihren Ursprung in der keltisch-heidnischen Tradition haben. Gefeiert wird es um den 21. bis 23. September, zur Zeit der Herbst-Tagundnachtgleiche, wenn Tag und Nacht exakt gleich lang sind.

Der Name „Mabon“ stammt aus der walisischen Mythologie und bezieht sich auf Mabon ap Modron, den „Sohn der Mutter“ – ein Symbol für das Licht, das nun endgültig in die Unterwelt zieht. Auch wenn der Name moderner Herkunft ist (vermutlich aus dem 20. Jahrhundert), spiegelt das Fest uralte Ernte- und Naturrituale wider.

Warum feiern wir Mabon?

Mabon ist ein Erntedankfest. Es ist die Zeit, in der wir die letzten Früchte des Jahres ernten – nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinne. Wir reflektieren:

  • Was habe ich dieses Jahr „gesät“ und „geerntet“?

  • Was darf ich loslassen?

  • Wofür bin ich dankbar?

Es ist ein Moment der inneren Einkehr und Balance, aber auch des Feierns – denn der Überfluss des Sommers wird jetzt bewusst wahrgenommen, bevor der dunkle Winter kommt.


Rituale und Bräuche zu Mabon

Viele moderne Heiden, Hexen oder Naturspirituelle zelebrieren Mabon mit traditionellen oder persönlichen Ritualen. Hier sind einige der gängigsten:

1. Dankbarkeitsritual

Schreibe auf, wofür du dieses Jahr dankbar bist – sei es ein erfülltes Projekt, neue Freundschaften oder innere Entwicklung. Lege diese Notizen in eine Schale auf deinem Altar oder verbrenne sie als Opfergabe.

2. Erntealtar gestalten

Dekoriere einen kleinen Altar mit Symbolen des Herbstes:

  • Äpfel, Kürbisse, Mais, Nüsse

  • Getrocknete Blätter, Eicheln, Kastanien

  • Kerzen in Gold-, Rot- und Brauntönen

Der Altar dient als spirituelles Zentrum deines Mabon-Festes.

3. Festmahl im Kreis

Lade Freunde oder Familie zu einem herbstlichen Essen ein. Jeder bringt etwas Selbstgemachtes mit, das die Erntezeit widerspiegelt – Kürbissuppe, Apfelkuchen, frisches Brot. Beim Essen könnt ihr gemeinsam über eure „Ernten“ des Jahres sprechen.

4. Loslass-Ritual

Schreibe Dinge auf, die du loslassen möchtest: Ängste, Schuldgefühle, alte Muster. Verbrenne den Zettel in einer feuerfesten Schale – symbolisch für die Transformation durch das herbstliche Feuer.

5. Spaziergang in der Natur

Nimm bewusst wahr, wie sich die Natur verändert: das Licht, die Gerüche, die Farben. Sammle kleine Naturgegenstände für deinen Altar oder als Erinnerung an diesen Wendepunkt.


Die spirituelle Bedeutung von Mabon

Mabon ist nicht nur ein Fest der Ernte, sondern auch des Gleichgewichts – ein Spiegel der inneren Welt. Es lädt dazu ein, zur Ruhe zu kommen, sich zu zentrieren und den eigenen Weg für die dunklere Jahreszeit vorzubereiten.

Es ist ein guter Moment für Reflexion:

  • Was hat mir Kraft gegeben?

  • Wo bin ich aus dem Gleichgewicht geraten?

  • Was brauche ich für den kommenden Winter?


Fazit

Mabon ist ein Fest, das uns daran erinnert, wie sehr wir mit der Natur verbunden sind. Es geht um Dankbarkeit, Loslassen und Einkehr. Ob du es nun als spirituelles Ritual begehst oder einfach mit einem gemütlichen Herbstspaziergang feierst – nimm dir bewusst Zeit, um diesen besonderen Moment im Jahreskreis zu ehren.

„Wie außen, so innen – wie oben, so unten.“
Mabon lädt uns ein, diesen Ausgleich in uns selbst zu finden.


Hast du schon einmal Mabon gefeiert oder möchtest du es dieses Jahr ausprobieren? Teile deine Gedanken oder Rituale gern in den Kommentaren! 

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