Der Huflattich (Tussilago farfara) gehört zu den allerersten Frühlingskräutern und ist seit Jahrhunderten ein bewährtes Heilkraut. Besonders bei Bronchitis, Halsschmerzen, Asthma und Hautentzündungen wurde und wird er geschätzt. Schon Hildegard von Bingen beschrieb seine positive Wirkung auf die Atemwege, während Plinius der Ältere den Rauch des Huflattichs zur Linderung von Atembeschwerden empfahl.

Heilpflanze mit langer Tradition

Früher wurden die getrockneten Blätter des Huflattichs als Zigaretten oder Pfeifenkraut geraucht. Der Rauch wirkt entkrampfend, erleichtert das Abhusten und kann festsitzenden Schleim lösen. Auch innerlich angewendet, etwa als Sirup aus Huflattichblättern, kann die Pflanze die Atemwege unterstützen.

Äußerlich findet Huflattich Anwendung bei Krampfadern, schlecht heilenden Wunden und Geschwüren. Umschläge aus gequetschten frischen Blättern wirken dabei lindernd und entzündungshemmend.

Mythologie und Volksglauben

Bei den Kelten und Germanen war der Huflattich den Pferdegöttern geweiht. Der Legende nach wuchs er dort, wo die Pferdegöttin Epona entlangritt. Die großen, hufähnlichen Blätter gaben der Pflanze nicht nur ihren Namen, sondern auch ihre symbolische Bedeutung.

Erkennungsmerkmale und Standort

Huflattich wächst bevorzugt an Wald- und Wegrändern sowie auf kalkhaltigen Böden. Auffällig ist seine ungewöhnliche Wachstumsweise:
Zuerst erscheinen im zeitigen Frühjahr die gelben, etwa 2 cm großen, strahlenförmigen Blüten, die an Löwenzahn erinnern. Erst nachdem die Samen ausgeflogen sind, entwickeln sich die Blätter. Diese sind auf der Unterseite weißlich und weich behaart.

Inhaltsstoffe des Huflattichs

Die Heilwirkung des Huflattichs beruht auf einer Vielzahl wertvoller Inhaltsstoffe:

  • Schleimstoffe

  • Flavonoide

  • Gerbstoffe

  • Bitterstoffe

  • Inulin

  • Vitamin C

  • Kieselsäure

  • Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink, Kupfer und Mangan

Zu beachten ist, dass Huflattich geringe Mengen Pyrrolizidinalkaloide enthält, die im Verdacht stehen, bei innerlicher Langzeitanwendung die Leber zu belasten. Daher empfiehlt sich eine zeitlich begrenzte Anwendung und bevorzugt die äußerliche Nutzung.


Huflattich in der Naturkosmetik

Wohltuende Lotion für trockene und reife Haut

Dank seiner beruhigenden und pflegenden Eigenschaften eignet sich Huflattich hervorragend für die Naturkosmetik. Die folgende Rezeptur ist ideal für trockene und reife Haut.

Rezept: Huflattich-Lotion

Phase A – Fettphase

  • 5,75 g Huflattich-Mazerat (in Olivenöl)

  • 5,0 g Harz

  • 4,0 g Kakaobutter

  • 1,15 g Jojobaöl

  • 1,15 g Weizenkeimöl

  • 0,6 g Granatapfelöl

  • 0,6 g Squalan

  • 1,0 g Lanolin

  • 1,5 g Wollwachsalkohol

  • 1,5 g Bienenwachs

  • 0,5 g Lysolecithin

Phase B – Wasserphase

  • 25,5 g Hydrolat oder Tee (z. B. Grüntee)

Phase C – Wirkstoffphase

  • 4,5 g Tinktur (z. B. Hopfentinktur, Schafgarbe)

Herstellung

  1. Phase A: Alle Komponenten bei ca. 65 °C im Becherglas vollständig aufschmelzen, bis eine klare Mischung entsteht.

  2. Phase B: Das ebenfalls 65 °C warme Hydrolat bzw. den Tee tropfenweise und unter langsamem Rühren zur Fettphase geben. Währenddessen die Wasserphase möglichst im Wasserbad warm halten.

  3. Sanft rühren, bis die Mischung handwarm ist.

  4. Phase C: Bei Handwärme die Tinktur tropfenweise einarbeiten und die Lotion geduldig kalt rühren, bis sie homogen ist.


Fazit

Der Huflattich ist eine beeindruckende Heilpflanze mit jahrtausendealter Tradition. Ob zur Unterstützung der Atemwege, bei Hautproblemen oder in der Naturkosmetik – richtig angewendet bietet er wertvolle Unterstützung. Im Kunst- und Kräuter Verein verbinden wir dieses alte Pflanzenwissen mit kreativem Handwerk und laden dazu ein, die Kraft der heimischen Kräuter neu zu entdecken.

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