Heilpilze

Auch im Winter wachsen Pilze.

Ich möchte euch etwas über Heilpilze erzählen. Sie sind nicht nur schmackhaft sondern besitzen besonders viele Inhaltsstoffe die für unsere Gesundheit sehr wichtig sind. Nachdem im Winter kaum Wildkräuter wachsen habe ich mein Augenmerk auf die Heilpilze gerichtet. Sie stärken das Immunsystem, heilen Krankheiten und lindern Beschwerden. Jetzt findet man besonders viele Samtfußrüblinge. Ich verarbeite sie zu Soßen oder trockne die Pilze und mache daraus Pilzpulver. Daraus kann man Heiltee kochen oder das Pulver in Soßen oder Suppen streuen.

Samtfußrübling (Flammulina velutipes)

Weitere Namen: Winterrübling, Enoki, Enokitake, Jingu, Dong Gu
Familie: Physalacriaceae
Vorkommen: von September bis April auf Baumstümpfen, Wurzeln und altem Holz. Der kleine frostresistente Pilz bevorzugt Weiden, Pappeln, Eschen und Holunder.
Aussehen: seine honiggelben Hüte werden 3-8 cm breit und fühlen sich etwas schleimig an. Die Lamellen sind blassgelb und die Sporen weiß. Der dünne Stiel ist mit einem braunvioletten Samt überzogen, wenn man ihn zusammen drückt geht er gleich wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Bei den größeren Pilzen ist der Stiel hohl.

In Ostasien wird der Pilz kultiviert und heißt Enoki, dort sieht er auch ganz anders aus, hat jedoch die gleichen Inhaltsstoffe. Sie werden unter Lichtausschluss in Flaschen angebaut und sind in der japanischen Küche sehr beliebt.

Inhaltsstoffe: Kohlhydrate, Protein, Ballaststoffe, Fett, viele Vitamine, Kalium, Selen, Kalzium, Eisen, Kupfer, Natrium.
Wirkung: hilft bei Lebererkrankung, Bluthochdruck, Magenprobleme, wirkt immunstärkend, antikanzerogen, antiviral und antiallergen.
Verwendung: für Tee, Suppe, Soße und Curry. Man kann ihn einfrieren oder auch trocknen und als Pilzpulver weiter verwenden.
Dosierungsempfehlung: 5g getrocknete oder 50g frische Pilze am Tag.
Verwechslungsgefahr: Gifthäubling, der wächst jedoch nicht bei Frost, riecht muffig, hat braune Lamellen und rostbraunes Sporenpulver. Sein Stiel ist weißlich gefasert.

Judasohr (Auricularia auricula-judae)

Weitere Namen: Holunderschwamm, Senji, Kikurage
Familie: Auriculariaceae
Vorkommen: das Judasohr gehört zu den Schwächeparasiten und wächst auf vorgeschädigten Holunderstämmen. Er bildet das ganze Jahr über Fruchtkörper.
Aussehen: hat die Form einer Ohrmuschel und kann bis zu 10 Zentimeter große Fruchtkörper bilden. Die Konsistenz ist gallertartig und die Farbe schwarzbraun bis ockerfarben. Die Huthaut ist außen samtig und innen glatt. Er kann auch mit Adern durchzogen sein.
Inhaltsstoffe: Polysacchariden, Phenole, Adenosin, Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor, Silicium und Vitamin B1
Wirkung: wird bei Hämorrhoiden, Uterusblutungen, Herz- Kreislaufbeschwerden, Bluthochdruck und Leberverfettung verwendet. Wirkt durchblutungsfördernd, antibakteriell und cholesterinsenkend.
Verwendung: Tee, Suppe und Soße

Birkenborling (Fomitopsis betulina)

Weitere Namen: Hua Bo Guan Jun, Kanabtake
Familie: Fomitopsidaceae
Vorkommen: dieser Pilz besiedelt ausschließlich Birken. Man findet seinen Fruchtkörper das ganze Jahr über an geschwächten Birkenstämmen.
Aussehen: die Fruchtkörper sind tellerartig und weiß-bräunlich. Der Hut hat eine glatte, trockene Oberfläche. Das Fleisch ist fest und gummiartig. Die Unterseite ist auch weiß, bei älteren Pilzen bräunlich.
Inhaltsstoffe: Betacarotin, Vitamin E/ B/ C , Eisen, Phosphor, Kupfer, Selen, Kalium, Heteroglykanen, Triterpenen, Betulin und Ergosterinen
Wirkung: starke Hemmeffekte gegenüber Staphylokokken, Mykobakterien, Pseudomonas und Bacillus. Wirkt antiviral, antibiotisch, entzündungshemmend bei Hautentzündungen und ist Anti-Krebs-Aktiv.
Anwendungsgebiete: Magen-Darmbeschwerden, Erschöpfung und Immunschwäche, in der Krebsbehandlung bei Magen-, Darm-, Lungen- und Hautkrebs begleitend.
Zubereitung und Dosierung: der getrocknete Pilz wird als Tee getrunken. Zwei Teelöffel Pilzpulver pro Tasse. Es können pro Tag mehrere Tassen Tee konsumiert werden.