Blutwurz / Tormentill (Potentilla Erecta)

Heute möchte ich euch die Tormentillwurzel oder Blutwurz vorstellen. Denn es ist jetzt die beste Zeit, um die Wurzel zu ernten. Am Beginn des Winters können sie in Waldlichtungen, Böschungen und Heiden gefunden werden. Ich bereite eine Tinktur aus hochprozentigem Korn her und ziehe sie in Olivenöl aus. Ich mache also ein Mazerat. Die Wurzel enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe, darunter Catechin, Ellagsäure, Tormentol, ätherische Öle, Harz, Gummi und Stärke. Der Gerbstoff hat zusammenziehende, keimhemmende und entzündungshemmende Eigenschaften. Es zählt zu den besten und effektivsten pflanzlichen Arzneimittel  gegen Durchfall sowie zur Behandlung von Entzündungen der Schleimhaut im Mund- und Rachenraum wie Halsschmerzen, Zahnfleischentzündungen und Stomatitis.

Die Wurzel der Blutwurz hat entzündungshemmende, keimhemmende, blutstillende, juckreizlindernde und wundheilende Eigenschaften.

Pflanzenbeschreibung:

Die Blutwurz ist mit einem kräftigen, unregelmäßig dicken Wurzelstock im Boden verankert. Die Bruch- oder Schnittstelle ist weiß und schon nach kurzer Zeit entsteht eine intensive Rotfärbung. Aus diesem Wurzelstock wachsen mehrere Stängel, die aufrecht oder aufsteigend eine Höhe von 10 bis 40 cm erreichen. Diese Stängel tragen gefingerte Blätter. Die gelben Blüten sind 4-zählig und entfalten sich in der Zeit zwischen März und Juni. Die Wurzel kann man ab Ende September ernten.

Auch Tiere sprechen auf Blutwurz gut an. Das gilt für Hunde, Pferde, Schafe und Kühe. Man gibt die Tinktur, das Pulver oder den Tee, je nachdem, in welcher Form das Tier sie am besten aufnimmt. Hilft vor allem bei Durchfall und die Salbe bewährt sich bei entzündlicher Haut.

Hildegard von Bingen beschreibt sie als kalt und diese Kälte ist gut und gesund.

Blutwurz wirkt gegen Fieber, die von schädlichen Speisen kommen. Auch soll sie bei Entzündungen, Fieber, Durchfall oder Ruhr helfen. Im Mittelalter soll man sogar die Pest damit behandelt haben.

Als Amulett um den Hals getragen, soll sie gegen das Böse schützen.

Blutwurz Salbe

Die Blutwurz Salbe ist ein toller Heiler für Babys Popo, bei Ekzemen, Unreinheiten, rauer Haut oder aufgesprungenen Lippen. Sie findet auch Verwendung bei unseren Haustieren. Zum Beispiel bei wunden Hundepfoten. Hierfür mache ich die Salbe statt Olivenöl aus Schaffett.

Die Blutwurz hat viele Gerbstoffe und die benötigen wir für die Salbe. Nachdem diese nicht in Öl löslich sind müssen wir zuerst eine Tinktur herstellen. Hierfür wird die gereinigte und klein geschnittene Wurzel in Alkohol (min. 60%) für vier bis sechs Wochen eingelegt. Das Glas am besten auf die Fensterbank stellen und immer wieder ein wenig schütteln damit sich die Inhaltsstoffe gut lösen können. Die Flüssigkeit abseihen und in dunkle Flaschen füllen oder dunkel aufbewahren. Die Tinktur hält bis zu drei Jahre.

Rezept:

100 ml Blutwurz Mazerat (Ölauszug)

25 g Bienenwachs

25 ml Blutwurz Tinktur

Das Öl mit dem Bienenwachs auf ungefähr 70 ° C. erwärmen bis das Wachs klar aufgeschmolzen ist. Etwas auskühlen lassen, danach die Tinktur Tröpfchenweise unter ständigem Rühren hinzufügen.

In saubere Gläser füllen und vollkommen auskühlen lassen. Erst danach verschließen.

 

Magenschnaps mit Blutwurz:

150 g frische oder getrocknete Blutwurz

1,5 Liter Korn oder Wodka

3 Kardamomkapseln

5 Gewürznelken

5 Sternanis

2-3 Zweige Waldmeister

Kandiszucker nach Geschmack

Wurzel und Gewürze am Fensterbrett 6 Wochen ausziehen lassen, abseihen und den Zucker hinzufügen. In Flaschen abfüllen, dunkel und kühl lagern.

Salben selber machen